Mitschüler zum Verweis

2. März 2015

Im folgenden dokumentieren wir die Stellungnahme eines Mitschülers, der aber lieber anonym bleiben will. Gegenüber der Presse ist er gerne bereit seine Identität zu bestätigen, allerdings nur mit dem ausdrücklichen Versprechen seinen Namen nicht zu veröffentlichen: ————————– Ich habe in den letzten Wochen viel über dieses Thema nachgedacht und möchte nun auch meine Meinung dazu äußern, leider kann ich das nur im Internet, weil ich befürchte, dass wenn ich dies in der Schule mache, Konsequenzen dafür tragen muss und möglicherweise wie der betroffene Schüler „abgestempelt“ werde. Ich wollte sogar meine Meinung dem stellvertretenden Schulleiter sagen, als er uns mitteilte, dass der betroffene Schüler nicht länger in unserer Klasse ist, aber meine Mitschüler rieten mir davon ab, wahrscheinlich haben auch sie befürchtet, dass das nur Nachteile mit sich bringen würde. Aber es geht mir um mein allgemeines Verständnis von Meinungsfreiheit. Der betroffene Schüler diskutierte bei bestimmten Themen viel mit den Lehrern, allerdings immer auf sachlicher Ebene. In dem Verweis (siehe Link: https://app.box.com/s/tg4eiq3xz3ezfdzzp32bk8rnk99nuett/1/3143021309/26489793273/1) wird allerdings behauptet, dass er „durch respektloses Verhalten gegenüber Lehrkräften und Mitschülern“ auffällt.
Ich bin zwar keine Lehrkraft, doch kann ich sagen, dass der betroffene Schüler sich in keiner der Diskussionen meinem Empfinden nach respektlos verhalten hat. Wozu ich aber mehr sagen kann ist, dass der betroffene Schüler sich uns Mitschülern nicht respektlos verhalten hat, ich habe mit fast allen meinen Mitschülern regelmäßigen Kontakt und habe sie auch danach gefragt ob sie sich von dem betroffenen Schüler respektlos behandelt fühlten, alle antworteten mit Nein. Wenn dann kann sich nur jemand anonym beschwert haben, weil der betroffene Schüler in der Klasse beliebt war und sogar Klassensprecher war. Man könnte aus dem Verweis auch darauf schließen, dass der betroffene Schüler oft über Politik geredet hat und politische Werbung gemacht hat, was nicht stimmt. Nun möchte ich mich zu den Gerüchten und zu den Kommentaren die auf der Facebook-Seite der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule abgegeben wurden, äußern.
Es wird immer wieder behauptet der betroffene Schüler hat den Verweis wegen Verlassen des Schulgeländes bekommen, ich verstehe nicht wieso immer wieder diese waghalsige These aufgestellt wird vor allem von Schülern und Eltern die den Verweis scheinbar nicht gelesen haben oder sich etwas dazugereimt haben, denn der Schüler war lediglich auf dem Parkplatz der noch zum Schulgelände gehört. Für euch habe ich oben den Link kopiert da könnt ihr die „Wahrheit“ nachlesen. Der Verweis wurde von der Schulleitung unterschrieben also verstehe ich nicht wieso diese immer wieder in Schutz genommen wird, wenn sie offensichtlich die Meinungsfreiheit einer Schülers einschränken. Ob man nun für oder gegen die Bundeswehr ist bleibt jedem selbst überlassen, in Deutschland gibt es ja schließlich die Meinungsfreiheit. Allerdings finde ich es nicht in Ordnung, dass so viele Leute ein solches Verhalten der Schulleitung tolerieren. Heute haben uns unsere Klassensprecher, welche von der Klassensprecherkonferenz kamen, gesagt, dass wenn wir Ideen haben wie wir den Ruf der Schule wiederherstellen können uns bei ihnen melden sollen. Ich habe mich sofort gefragt ob die Schüler jetzt die Fehler der Schule bereinigen sollen? Ich hoffe, dass vielleicht jetzt der eine oder andere nicht den Gerüchten in der Schule glaubt oder den Aussagen der Lehrer die lediglich den Ruf der Schule wiederherstellen wollen. Mir ist bewusst, dass die Schule ihren Ruf verteidigen will, aber deswegen Unwahrheiten zu verbreiten und den Schüler unter Druck setzen ist nicht in Ordnung.

Stellungnahme „Verschärfter Verweis wegen linksorientierter Gesinnung“

2. März 2015

Im folgenden dokumentieren wir die Stellungnahme eines Schülers, der einen verschärften Verweis an der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule bekam, nachdem er eine Kundgebung verschiedener Gruppen, unter anderem der VVN-BdA Jugengruppe Bamberg, besucht hatte.
Außerdem können sie hier die Pressemitteilung der VVN Jugendgruppe Bamberg finden. Fotos von der Veranstaltung und den Verweis finden sie hier: https://app.box.com/s/tg4eiq3xz3ezfdzzp32bk8rnk99nuett Hierin sind auch Dokumente eines Leutnants enthalten, der die Vorgehensweisen der Schule ebenfalls für unangebracht hält und sich sogar beim Kultusministerium über die Schulleitung beschwert hat. Um den betroffenen Schüler zu schützen haben wir einen twitter-Account eingerichtet, der jedes Gespräch, jeden Einschüchterungsversuch und natürlich auch jede Publikation dokumentiert, bis der Verweis zurückgenommen wird. Wir wollen diesmal ausdrücklich betonen mit welchem Respekt wir unserem Freund begegnen, dafür, dass er sich trotz allen Gegenwindes weiter äußern will und so viel Courage zeigt, wie es sich die meisten anderen nicht trauen würden. Auch in unseren Reihen. ——————————————————

In letzter Zeit wurde viel über den Vorfall vom 29.01 an der Graf-Staufenberg-Wirtschaftsschule geschrieben, es gab viel Spekulation und viele Verdächtigungen. Anstatt mit der Schule zu sprechen, wurde über sie gesprochen, anstatt mit mir zu sprechen, wurde über mich gesprochen.

 

Es wurde behauptet, ich würde aus Angst vor Repressalien nicht mehr mit der Presse reden.

Dies stimmt nicht, ich habe mich nicht einschüchtern lassen und habe dies auch nicht vor.

Ich sprach nach den ersten Gesprächen mit der Schulleitung nicht mehr mit der Presse, da das so ausgemacht war. Es war Bestandteil der Verhandlungen mit der Schule.

Keine Seite sollte mehr mit der Presse sprechen,weder die Schule noch ich, so war der Deal.

 

Doch dieser wurde gebrochen, die Schule gab eine Stellungsnahme heraus.

Und als ich heute morgen die Zeitung aufschlug, musste ich dort sehr Befremdliches lesen.

In diesem Artikel wird aus der Schule ein Opfer und ich zum Täter gemacht.

Als ich dies las wurde mir übel.

Wie konnte meine Schule nur so unverschämt lügen?

Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich mich entschlossen habe, einen Brief zu verfassen.

Ich möchte für Klarheit sorgen, ich möchte die Spekulation beenden.

Doch vorab, möchte ich mich bei allen meinen Unterstützern bedanken.

Dennoch muss ich mich hier auch von Einigen distanzieren, die vorgeben, mir beistehen zu wollen. Diese berufen sich auf die Meinungsfreiheit, gestehen sie anderen aber nicht zu.

Sie sprechen in meinem Namen von Antimilitarismus und Frieden,

wollen den Direktor aber am liebsten mit einem Panzer überfahren.

Sie sprechen von Demokratie, lassen aber nur eine Meinung gelten.

Anstelle einer wirklich demokratischen Diskussion, ist eine Schlammschlacht getreten.

Mir geht es um Demokratie, Meinungsfreiheit und Frieden.

Und dafür stand ich auch am 29ten Januar ein.

Ich muss mich bei einigen betroffenen Personen entschuldigen, ebenso wie bei meiner Schule.

Es war nie meine Absicht, irgendwem zu schaden oder jemanden zu verletzen.

Ich versuchte den Anfängen zu wehren und ließ viele Artikel löschen oder nicht veröffentlichen,

musste aber erkennen, dass ich die Geister, die ich rief nicht mehr loswerden konnte.

Das ist mein Versuch, diese berechtigte Diskussion über Meinungsfreiheit oder den Sinn von Bundeswehr in Schulen wieder in die demokratische Bahnen zu lenken, die ich mir von Anfang an gewünscht habe.

 

Ebenso möchte ich mich von allen Beleidigungen, mit denen meine Schule und auch die Direktoren überhäuft wurden, distanzieren. Wie auch die „Blaue“ keine Nazi-Schule ist und generell jeder Vergleich mit dem Nationalsozialismus strikt abzulehnen ist, so versteht es sich auch von selbst, dass Morddrohungen jeder Vernunft entbehren und niemals in meinem Sinne sein können.

 

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass mir ein verschärfter Verweis für kritisches Nachfragen und meine „zweifelhaft linksorientierten Gesinnung“ gegeben wurde und mir im Verweis angedroht wird, die Schule im Wiederholungsfall verlassen zu müssen. Es handelt sich folglich um keine disziplinare Maßnahme „unterster Stufe“, wie jetzt behauptet wird.

Dieser Verweis ist und bleibt eine Schande. Gerade deshalb sehe ich mich genötigt, diesen jetzt der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und dazu Stellung zu beziehen. Aus dem Verweis und der Pressemeldung der VVN-BdA Jugendgruppe Bamberg sollte die politische Motivation des Verweises hervorgehen.

 

Doch nun möchte ich mich zum Artikel des Fränkischen Tages vom 26. Februar äußern.

Im Artikel heißt es die Hausmeister „sollen gedacht haben, der Junge gehöre nicht der Schule an“.

Dies ist bestenfalls an den Haaren herbeigezogen, wenn nicht sogar eine dreiste Lüge.

 

Obwohl ich mit den Hausmeistern wie viele andere per du war, mit meinen Mitschülern ohne Probleme das Gebäude betreten konnte und sogar von einem Hausmeister beim beschriebenen Vorfall am Schultor gefragt wurde, ob ich nicht in der Klasse 10 x sei und ob nicht Lehrkraft … meine Klassenleitung sei, soll ich diesen unbekannt gewesen sein? Abgesehen davon, dass uns anscheinend nicht mal zugetraut wird, so ein „Missverständnis“ in wenigen Sätzen zu klären.

Selbst der FT-Artikel muss eingestehen, dass das Rufen der Polizei ungerechtfertigt war.

Allerdings mit der Begründung es sei „nichts geschehen“.

Obwohl selbstverständlich etwas geschehen ist.

Die Hausmeister wollten zunächst meinen Rucksack durchsuchen,

sie vermuteten darin Infomaterialien unserer Kundgebung.

Obwohl ich den Rucksack schließlich bei dem Infostand ließ,

durfte ich das Schulgelände immer noch nicht betreten. Einer bestand darauf, dass ich meinen

Rucksack wieder holen solle, ein Anderer wollte eine Leibesvisitation durchführen.

 

Der FT rechtfertigt die Drohung in dem Verweis „Äußerungen [m]einer extremistischen politischen Meinung zu unterlassen“ damit, dass „politische Werbung […] an Schulen verboten“ sei.

Freie Meinungsäußerung ist allerdings nicht mit politischer Werbung gleich zusetzen.

Im Gegenteil ist sie durch § 56 (3) BayEUG und Art. 5 GG ausdrücklich geschützt.

 

Desweiteren äußert sich Herr Mattausch gegenüber dem Fränkischen Tag: „Ich tue alles dafür, dass die Linksjugend demonstrieren kann.“

Dies klingt wie Hohn angesichts der Tatsache, dass Herr Mattausch einige Tage vor dem Berufswahlseminar wie auch schon vergangenes Jahr durch einige Klassen ging, um die Klassen davor zu warnen sich mit „diesen Linken“ zu unterhalten und man am Besten einfach, ohne mit diesen zu reden, vorbeigeht.

 

Im übrigen forderten am halb verschlossenen Schultor seine drei Hausmeister Schüler auf, Flugblätter von der Kundgebung, in einer extra dafür abgestellten Mülltonne zu entsorgen.

Weiter heißt es, ich hätte mich bei der Schule entschuldigt, was ich schlichtweg nicht getan habe. Im Gegenteil wäre eine Entschuldigung bei mir mehr als angebracht.

Der Vorwurf, ich hätte mich nicht an Herr Mattausch oder Herr Lindtner gewendet, ist mehr als lächerlich. Es gab im Vorfeld, ein Dutzend Gespräche mit Direktoren, Lehrern und sogar den Hausmeistern.

 

Ich finde es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass mittlerweile niemand mehr im Direktorat für das Ausstellen des Dokumentes verantwortlich sein will, die falsche Person unterschrieben hat, Herr Mattausch den Verweis nicht mal gelesen haben will und Herr Lindtner sogar im privaten Gespräch meinte, er hätte diesen Verweis niemals in dieser Form geschrieben, da einige Formulierungen untragbar seien.

Im folgenden möchte ich zur Stellungnahme der Wirtschaftsschule ebenfalls Stellung beziehen

[Anmerkung: Spätestens jetzt empfiehlt es sich, den Wortlaut des Verweises genau zu lesen].

In der Stellungnahme heißt es, der verschärfte Verweis sei zum einen für das Verlassen des Schulgeländes erteilt worden. Ob das stimmt, kann uns nur das Grundbuchamt sagen, ich weiß es nicht. Doch ich wage stark zu bezweifeln, das der Weg zwischen Schulgebäude, Schulturnhalle und Schulparkplatz nicht zum Schulgelände gehören soll. Dieser Logik folgend, müssten alle Schüler die Sportunterricht haben, das Schulgelände unerlaubt verlassen, um zu unseren Turnhallen zu gelangen.

Hintergrund war, dass ich in der Pause zwischen den beiden Vorträgen mich mit einigen Freunden, die vor dem Schulgebäude demonstrierten, unterhielt.

 

Die Frage ist doch, wieso mich die Hausmeister nicht beim „Verlassen des Schulgeländes“ gehindert oder zumindest gewarnt hatten, jedoch aber beim „erneuten Betreten“.

 

Angesichts der Tatsache, dass der Vorwurf „Verlassen des Schulgeländes“ mit keinem Wort im Verweis erwähnt wird und auch in den Gesprächen davor und danach nie Thema war, sollte ersichtlich sein, dass dieser Vorwurf im Nachhinein seitens der Schule zu ihrer Rechtfertigung konstruiert wurde.

 

Im übrigen frage ich mich, wieso in der Pressemeldung der Stadt Bamberg davon gesprochen wird, dass ich die ganze Woche krank gemeldet war, obwohl dies mit keinem Wort im Verweis erwähnt wird. Es sei noch hinzugefügt, dass Schulen eigentlich den Krankheitsstand von keinem ihrer Schüler veröffentlichen oder weitergeben dürfen, da das gegen §4 des Datenschutzgesetzes verstößt.

 

Die Schulleitung müsste das eigentlich wissen. Gesundheitsdaten sind eigentlich sehr schützenswerte Daten und müssten dementsprechend diskret gehandhabt werden.

Es ist ebenso unbegreiflich, wie ein „respektloses Verhalten“ im Zusammenhang mit einer „politischen, zweifelhaft linksorientierten Gesinnung“ aussehen soll.

 

Die Schule sollte Beispiele vorlegen, die eine Respektlosigkeit belegen.

 

Eine letzte Frage liegt mir besonders am Herzen: Wieso wiederholt die Schule immer wieder, dass es in der Schule verboten sei „Aufkleber und ähnliche Zeichen zu tragen oder anzubringen, wenn der Schulfriede und die Erziehung zu Toleranz dadurch gefährdet werden“?

 

Nach meinem ausdrücklichen Angebot hat die Polizei an diesem Abend meinen Rucksack durchsucht und weder Infomaterialien noch Aufkleber gefunden. Abgesehen davon, dass ich weder Material bei mir getragen habe, es irgendwelche Indizien oder ähnliches dafür gibt oder ich überhaupt jemals wegen so etwas an der Schule aufgefallen bin, wird mir vorgeworfen „die Erziehung zu Toleranz“ zu gefährden – Dies ist bestenfalls noch als lächerlich zu bezeichnen.

 

All diese Darstellungen, die jetzt durch Schule und Pressestelle der Stadt Bamberg erfolgten, sind im Nachhinein als Rechtfertigungsversuche konstruiert, um sich aus einer nicht zu rechtfertigenden „pädagogischen“ Disziplinierungsmaßnahme herauszureden. Dass hierzu selbst erfundene Behauptungen herangezogen werden, ist umso bedauerlicher und Zeichen erzieherischer Ohnmacht.

 

Diese tragen weder zur Lösung des durch den Verweis entstandenen Konfliktes bei, noch zur Wiederherstellung eines „guten Rufes“ der Schule. Dieser kann letztlich nur durch Zurücknahme der ungerechtfertigten Disziplinierungsmaßnahme wieder hergestellt werden.

Hier noch einige Anmerkungen
Für Meinungsfreiheit, ohne Angst vor Repression! Für eine Zivilklausel, Schule ohne Bundeswehr! Für Demokratie und Meinungsvielfalt, statt Diktatur!

Anmerkungen

2. März 2015

Ich halte es für das beste hier noch einiges zu schreiben, da z.zt. einige falsche „Tatsachen“ kursieren.
Es werden demnächst, sobald sie abgetippt sind, alle Gedächtnisprotokolle, Zeugenaussagen und Anmerkungen Beteiligter auf der Homepage der VVN-BdA Jugendgruppe Bamberg veröffentlicht. Ansonsten:
Das Berufwahlorientierungsseminar, findet jedes Jahr statt und ist für die 9ten Klassen der vierstufigen Wirtschaftsschule und 10 d,e,f der zweistufigen Wirtschaftsschule verpflichtend. Anwesend waren zivile Unternehmen und Institutionen, wie z.B. die Sozialstiftung Bamberg und auch staatliche Instituitionen, wie z.B. die Bundespolizei oder eben auch die Bundeswehr.
Es begann mit einer feierlichen Eröffnung durch Herrn Mattausch um 17.00 Uhr und endete offiziell um 19.00 Uhr. Das Besuchen von zwei Vorträgen war Pflicht. Die Vortragswahl war jedem selbst überlassen. Jeder Vortrag sollte eine Stunde dauern, von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr und dann nochmals von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Jeder Vortrag wurde zwei mal wiederholt. Da beinahe alle Vorträge vorzeitig endeten, konnten die Schüler die Zeit bis zum zweiten Vortrag als Pause nutzen. Der BW-Vortrag endete zwischen 17.45 und17.50. Die Pause wurde von vielen genutzt und ein großer Teil nutzte sie, um frische Luft zu schnappen oder rauchen zu gehen und verließen ebenfalls das Schulgebäude.
SoR-Gruppe: Meines Wissens nach existiert derzeit keine „Schule ohne Rassimus“-Gruppe. Zumindest gab es bis zum Beginn der Weihnachtsferien 2014 noch keine. Das Berufswahlseminar war circa drei Wochen nach den Ferien. Die Schule trägt den Titel „Schule ohen Rassimus – Schule mit Courage“ dennoch.
Bundeswehr: Bei dem ganzen Vortrag wurde nur die Sicht des Verteidigungsministeriums wiedergegeben – Kritische Fragen waren wie mir Herr Mattausch am nächsten Tag im Direktorat mitteilte, „da nicht vorgesehen, dafür ist die Bundeswehr schließlich nicht hier. “ Friedensinitiativen werden und wurden bisher noch nie eingeladen. Das Gesagte wird auch im Unterricht nicht kritisch aufgearbeitet. Im übrigen habe ich bei diesem Vortrag keine Meinung wiedergeben, sondern nur Fragen gestellt. Inwiefern Fragen eine „politische extremistische Meinung“ darstellen können, kann uns wohl nur der Direktor beantworten.
Hausmeister: Entgegen vieler Berichte, u.a dem der Schule, waren es drei und nicht zwei Hausmeister, die das Tor bewachten. Das sollte auch aus dem Photo, welches auf der VVN-BdA Bamberg Homepage hochgeladen wurde, hervorgehen. Wieso drei Hausmeister das Tor bewachen mussten und welche Gefahr von einem Stand vor dem Schultor ausging, bleibt dahingestellt. Kleine Anmerkung: Es waren neben den drei Hausmeistern noch zwei Feldjäger der BW im Schulgebäude und das Bamberger Polizeirevier ist nur eine Kreuzung weiter, Luftlinie vllt. 150 Meter.
Schulrauswurf: Es hat kein Schulrauswurf stattgefunden. Das habe ich auch nie behauptet. Herr Mattausch sagte mir lediglich, ich könne froh sein, dass es „nur“ ein Verschärfter Verweis (also die höchste Diziplinarmaßnahme vor dem Rauswurf) sei und nicht wie einige Lehrer forderten, ein Rauswurf. Dafür habe er sich meiner Mutter, einer ehemaligen Schülerin, zuliebe eingesetzt.
Provokationen: Es wurde behauptet, ich hätte die BW-Veranstaltung durch Provokationen so gestört, dass „ein Polizeieinsatz notwendig geworden“ ist. Abgesehen davon, dass das schonmal zeitlich nicht passen kann, die Polizei wurde erst nach dem Vortrag gerufen und ist ergebnislos wieder abgezogen, habe ich mich während des Vortrag so verhalten, wie es mensch auch erwarten kann – Ich habe dem BW-Offizier ausreden lassen, habe nicht dazwischen gerufen, ihn beleidigt oder sonstiges. Im Gegenteil, ich habe bis zum Ende des Vortrages gewartet, bis er fragte, ob noch Fragen seien und fragte erst dann. Die Fragen waren sachlich, kritisch aber nicht polemisch, sie waren in keinster Weise beleidigend und ich habe eine demokratische Diskussionskultur gewahrt. D.h. ausreden lassen, auf das Gesagte eingehen, vernünftige Antworten, usw. , was man vom BW- Offizier nicht behaupten kann. Er war zwar höflich, aber seine Standardfloskel war: „das stimmt doch alles nicht.“ „Das stimmt so nicht“ oder „da musst du noch nachbessern, das stimmt so nicht“.
Damit sollten die meisten offenen Fragen beantwortet sein, sollten weitere auftreten oder bisher unbeantwortet sein, werde ich mich selbstverständlich nochmals dazu äußern. Ich sehe mich aber nochmals dazu genötigt zu betonen, dass ich keinenfalls irgendjemanden schaden möchte, den Ruf zerstören, weder der Schule oder des Schulleiters, der normalerweise bisher immer richtig handelte, noch jemanden persönlich angreifen. Was mich bewegt, mich veranlasst diese Stellungnahme zu verfassen, ist nichts anderes als der Wunsch nach Gerechtigkeit, ich glaube, nein ich bin mir sicher, dass hier viel falsch gelaufen ist und mir Unrecht zugefügt wurde. Ich hoffe, dass sehen auch andere so und werden mir weiterhin helfen meine berechtigten Forderungen durchzusetzen. Ich möchte abermals betonen, dass das Fehlverhalten der Schulleitung weder exemplarisch für die Schule, das Kollegium oder gar die Schüler ist. Auch ist ein derartiges Verhalten, in Bamberg nicht das übliche Vorgehen oder gar gängige Praxis. Da Facebook ein Ort ist, an dem Diskussionen schnell das Niveau verlieren, möchte ich für Solidaritätsmails an die VVN-BdA Jugendgruppen Mail und für Post an die Adresse, die auf der Homepage angegeben ist, verweisen. Für Beschwerden über die Vorgänge an der Schule, kann mensch einen Brief verfassen oder eine Email an die Schule schicken. Einsehbar bei den Kontaktdaten der Schule. Selbstverständlich sind Beleidigungen oder gar Drohanrufe auf keinen Fall in meinem Sinne oder in irgendeine Weise akzeptabel. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass dieser Verweis zurückgenommen wird, die Meinungsfreiheit und kritische Fragen in die Schulordnung als unveräußerliches Recht aufgenommen werden und das die Bundeswehr nächstes Jahr nicht mehr kommen darf!

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